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CG LYMPHA: Fachklinik für Lipödem und Lymphödem

Lipödem - Der umfassende Ratgeber

Definition: Was ist ein Lipödem?

Ein Lipödem (Lipohyperplasia dolorosa) ist eine angeborene, symmetrische und schmerzhafte Fettverteilungsstörung an Armen und Beinen. Diäten und Sport können die Symptome nicht beseitigen und Kompressionsbekleidung und Lymphdrainage die Beschwerden lediglich lindern. Eine langfristige Schmerzfreiheit kann nur durch eine spezielle Operation, die Lymphologische Liposculptur erreicht werden. Bei dieser speziellen Form der Fettabsaugung (Liposuktion) erfolgt eine radikale Reduktion des Unterhautfettgewebes an Armen und Beinen. Wir sprechen von einer subtotalen Amputation des Fettgewebes an Armen und Beinen.

Das Lipödem

Ein Lipödem (Lipohyperplasia dolorosa, LiDo) wird leider häufig nicht als solches erkannt und mit Übergewicht oder Adipositas  gleichgesetzt. Auch die mit einem Lipödem verbundenen Schmerzen werden oft nicht ernst genommen und als Begleiterscheinung eines vermeintlichen Übergewichts bezeichnet.

Damit Ihre Erkrankung endlich umfassend diagnostiziert und behandelt werden kann, haben wir einen umfangreichen Ratgeber erstellt. Hier erfahren Sie alles darüber, wie man ein Lipödem erkennt, welche ähnlichen Erkrankungen es gibt, welche Therapien die Beschwerden lindern können und warum eine operative Behandlung für eine langfristige Besserung oder völlige Beschwerdefreiheit die beste Option ist.

Patientin mit Lipödem Stadium 3

Das Wichtigste kurz zusammengefasst für Schnellleser

  • Häufig beginnen die Beschwerden mit Einsetzen der Pubertät, Schwangerschaft oder in den Wechseljahren
  • Typisch sind überproportional umfangreiche Beine & Arme bei gleichzeitig schlankem Oberkörper und schlanken Füßen und Händen
  • Bei einem Lipödem handelt es sich um eine angeborene Fettverteilungsstörung
  • In der Regel sind nur Frauen betroffen, was auf eine hormonelle Komponente hinweist
  • An den betroffenen Körperteilen kommt es zu Schmerzen und Spannungsgefühlen
  • Die konservative Therapie besteht aus regelmäßiger Lymphdrainage in Kombination mit Tragen von Kompressionskleidung (KPE, Komplexe physikalische Entstauungstherapie)
  • Nur die operative Behandlung in Form einer speziellen Liposuktion (Lymphologische Liposculptur™) kann langfristig zur Beschwerdefreiheit oder zumindest Linderung der Beschwerden führen. Eine lebenslange konservative Therapie kann damit vermieden werden
  • Die Erkrankung tritt stets symmetrisch an beiden Beinen, beiden Armen und Beinen oder nur den Armen auf. Hände und Füße als auch andere Körperregionen sind nie betroffen
  • Ein Lipödem lässt sich nicht durch Diäten oder Sport beseitigen. Ein Lipödem hat nichts mit Adipositas oder Übergewicht zu tun
Wie äußert sich ein Lipödem?

Lipödem Symptome

Das wichtigste Kriterium, dass die Erkrankung von anderen ähnlichen Krankheitsbildern unterscheidet, ist die Tatsache, dass bei einem Lipödem die Fettablagerungen symmetrisch an beiden Seiten auftreten. Typisch sind auch Schmerzen und Spannungen in Beinen und Armen und eine auffällige Unproportionalität der betroffenen Extremitäten im Vergleich zum Rest des Körpers.

Lipödem erkennen -
Anzeichen für ein Lipödem

Bei einem Großteil der Patientinnen sind zunächst die Beine betroffen. Die Beschwerden sind meistens sehr unspezifisch. Eine vermehrte Berührungsempfindlichkeit, Schmerzhaftigkeit bei Druck auf das Fettgewebe mit Schweregefühl entwickeln sich. Eine Umfangsvermehrung der betroffenen Areale ist zu verzeichnen. Das Erscheinungsbild verändert sich, Dellenbildungen und Wellenbildung mit Veränderung der Oberflächenstruktur werden mit Fortschreiten des Krankheitsbildes sichtbar.

Spannungsgefühle entwickeln sich, die weder bei Ruhe oder Hochlegen der Beine noch bei körperlichen Aktivitäten nachlassen. Die betroffenen Körperteile fühlen sich oft kalt an und es ist eine Neigung zu blauen Flecken zu beobachten.

Oberschenkel mit Lipödem

Diagnostik vom Lipödem

Bei der Diagnosestellung wird zunächst eine sorgfältige Befragung zur Entwicklung der Krankheitssymptome, der Art der Krankheitssymptome sowie zum Auftreten der Symptome vorgenommen. Ebenfalls wichtig ist, ob eine Lipödem-Erkrankung (LiDo) familiär bekannt ist.

Danach erfolgt die Inspektion der weitgehend entkleideten Betroffenen. Nur Slip und BH dürfen getragen werden. Die Inspektion erfolgt zunächst aus gewisser Entfernung, um die mit dem Krankheitsbild verbundenen Disproportionen optisch erkennen zu können. Danach erfolgt die Inspektion des Hautweichteilmantels der betroffenen Areale aus der Nähe.

Woher weiß ich, ob ich ein Lipödem habe?

Das Krankheitsbild Lipödem kennzeichnet sich vor allem durch symmetrisch an beiden Körperhälften auftretende Fettablagerungen in den Armen und/oder Beinen. Hierdurch entsteht eine auffällige Unproportionalität der betroffenen Extremitäten im Vergleich zum Rest des Körpers. Hinzu kommen Schmerzen und Spannungsgefühle in den betroffenen Regionen. Achten Sie neben diesen Symptomen auch auf weitere Anzeichen, die wir Ihnen in unserem umfassenden Ratgeber zusammengestellt haben. Sollte nun der Verdacht auf ein Lipödem bestehen, konsultieren Sie umgehend einen Facharzt oder eine Fachärztin. Denn auch wenn es im Internet einige Selbsttests gibt, kann Ihnen ausschließlich ein Arzt oder eine Ärztin mit Gewissheit sagen, ob die Krankheit vorliegt oder nicht. Für eine sichere Diagnose sind die Anamnese und eine körperliche Untersuchung die wichtigsten Instrumente, um ein Lipödem zuverlässig zu erkennen. Gerne helfen wir Ihnen bei der Diagnose. Rufen Sie uns an und vereinbaren Sie einen Beratungstermin.

Der Kneiftest

Im Anschluss an die Inspektion wird die wichtigste Untersuchung bei der Patientin vorgenommen. Der früher übliche „Kneif-Test“, Pinching -Test, ist viel zu grob und mittlerweile obsolet. Stattdessen wird der sogenannte „LiDo-Palpationstest“ vorgenommen. Dieser Test erfolgt zum Nachweis der vermehrten Schmerzhaftigkeit des oberflächlichen Unterhautfettgewebes. Palpation bedeutet: Untersuchung durch Abtasten und Befühlen von dicht unter der Körperoberfläche liegenden (inneren) Organen, in diesem Fall des Fettgewebes.

Die flache Hand wird auf das zu untersuchende Areal gelegt und dann sanft zusammen gezogen. Es wird kein Druck durch die Fingerkuppen in der Tiefe des Gewebes ausgeübt, insbesondere keine Quetschung der Haut oder gar ein Kneifen (Pinching). Die dabei empfundene vermehrte Berührungs- oder Schmerzhaftigkeit wird an den unterschiedlichen Arealen der Arme und Beine verglichen. Hauptvergleichsareal ist das Unterhautfettgewebe am Bauch, da dort nie ein Lipödem auftritt.

Technische Untersuchungen wie z.B. eine Ultraschalluntersuchung oder noch weiterführende Untersuchungen wie z.B. ein MRT haben keine wirkliche Aussagekraft in der Diagnosestellung und sind überflüssig. Von entscheidender Bedeutung bei der Diagnosestellung ist die Erfahrung des untersuchenden Arztes oder Ärztin. 

Warum bekommt man ein Lipödem?

Laut derzeitigem Forschungsstand ist bislang noch unbekannt, weshalb Frauen an einem Lipödem erkranken. Experten und Expertinnen gehen jedoch von erblich bedingten Ursachen aus, da die Krankheit äußerst häufig innerhalb einer Familie vorkommt. Des Weiteren vermuten Forschende, dass das Hormon Östrogen am Auftreten der Erkrankung beteiligt ist. Denn sehr viele Frauen berichten, dass das Lipödem nach einer Phase des hormonellen Umschwungs in Erscheinung getreten ist, z.B. Pubertät, Schwangerschaft oder Menopause.

Stadien des Lipödems

Lipödem-Stadien

Das Krankheitsbild Lipödem wird als chronische und fortschreitende Fettverteilungsstörung allgemein in drei Stadien eingeteilt. Die Zunahme des Umfangs von Armen und Beinen sowie gravierende Veränderungen an Hauptoberfläche und Fettgewebe werden so beschrieben. Das Schmerzempfinden ist übrigens unabhängig vom Stadium, bereits im ersten Stadium können noch relativ schlanke Betroffene starke Schmerzen verspüren. 

1
Beine von hinten mit Lipödem Stadium eins
Unterhautfettgewebe verdickt, feinknotige Fettstruktur, Hautoberfläche noch glatt
2
Beine von hinten mit Lipödem Stadium zwei
Dellen, grobknotige Fettstruktur, Hautoberfläche uneben
3
Beine von hinten mit Lipödem Stadium drei
Gewebe hart und derb. großflächige Wammenbildung der Haut
Lipödem behandeln

Lipödem behandeln - 3 wirksame Behandlungswege für Lipödem

1) Konservative Behandlung durch Lymphdrainage und Kompressionsbehandlung (KPE)
2) Operative Behandlung durch die Lymphologische Liposculptur™
3) Allgemeine Therapie durch Ernährungsumstellung und sportliche Betätigung

Was hilft gegen Lipödem - Konservative und operative Behandlung

Die konservative Behandlung besteht aus 2 wesentlichen Bausteinen, die immer zusammen angewendet werden sollten:
1) Manuelle Lymphdrainage (MLD)
2) Kompressionsbehandlung
Die Kombination dieser beiden Bausteine wird als Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) bezeichnet. Die
nicht selten verordnete alleinige Lymphdrainagebehandlung oder alleinige Kompressionsbehandlung ist bei diesem
Krankheitsbild nicht sinnvoll.
3) Die Liposuktion
4) Sport und Ernährung bei Lipödem

Was kann man gegen ein Lipödem tun?

Sobald Sie Anzeichen für ein Lipödem feststellen, nehmen Sie umgehend Kontakt mit einem Facharzt oder einer Fachärztin. Die Lymphologen/Lymphologinnen diagnostizieren dann, ob Sie an einem Lipödem leiden. Ist dies der Fall, helfen Ihnen verschiedene Therapiemaßnahmen weiter. Dies ist zum einen die lebenslang anzuwendende konservative Behandlung, welche sich aus der manuellen Lymphdrainage sowie der Kompressionsbehandlung zusammensetzt. Eine weitere Therapieform stellt die , die Liposuktion, dar. Diese ist die effektivste Maßnahme, um die Schmerzen zu lindern und zugleich die bisher einzige Möglichkeit, die unerwünschten Fettpolster zu entfernen.

Aber auch Sie selbst können aktiv werden: Achten Sie auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung und viel Bewegung, insbesondere
bei begleitendem Übergewicht. Sport und Diät heilen ein Lipödem zwar nicht, doch unterstützen die Beschwerdelinderung. Denn ein
gesunder Lebensstil hat stets positive Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden.

Operative Behandlung der LiDo (Lipödem) - Liposuktion

Bei der manuellen Lymphdrainage aktiviert der Physiotherapeut durch spezielle Massagegriffe das Lymphsystem. Dadurch kommt es zu einer Entstauung und Druckminderung im Unterhautfettgewebe und damit Verminderung der Schmerzen.

Operationen
3
Zeit pro Operation
2-3 Stunden
Ambulanter Aufenthalt
1 Nacht
Erholungsphase
4 Monate
Information

Lipödem - Wohin?

Damit ein Lipödem zuverlässig erkannt wird, ist ein Besuch bei einem Facharzt oder einer Fachärztin der CG LYMPHA unbedingt anzuraten. Zuständig sind hier in erster Linie Dermatologen (Hautärzte), Phlebologen (Venenärzte), Gefäßspezialisten und Lymphologen. Der Facharzt oder die Fachärztin wird eine entsprechende Untersuchung vornehmen und eine umfassende Diagnose aufgrund festgelegter Kriterien erstellen. 

Ist ein Lipödem heilbar?

Nach aktuellem Stand ist ein Lipödem durch die konservative Therapie nicht heilbar. Die Krankheit kann auch nicht von selbst wieder weggehen. Allerdings können Sie Ihre Symptome mit einer lebenslang durchgeführten konservativen Behandlung lindern.

Für deutlich mehr Lebensqualität empfiehlt sich darüber hinaus die Lymphologische Liposculptur™: Die Ergebnisse unserer eigens durchgeführten Kölner Lipödemstudie, dass nach der Liposuktion im Schnitt 90 Prozent unserer Patientinnen schmerzfrei sind. Zudem lassen sich die unerwünschten Fettpolster ausschließlich durch eine Operation loswerden.

Lipödem-Behandlungkosten

Die Kompressionsbekleidung wird in der Regel auf Antrag von den Krankenkassen bezahlt, lediglich der Eigenanteil ist zu übernehmen. Das Gleiche gilt für die Lymphdrainage, die bei Bedarf bis zu 3 x wöchentlich erfolgen muss. Die operative Behandlung kostet ab ca. 6.900 Euro pro Operation, plus Anästhesiekosten von ca. 800 Euro pro OP. Der stationäre Aufenthalt von einem Tag in der Klinik ist in den Kosten enthalten, wie die vierwöchige ambulante Nachbehandlung beim Physiotherapeuten am Heimatort. In der Regel sind je nach Stadium der LiDo „Lipödem“ 3-4 Operationen notwendig.

Hinweis: Natürlich können auch trans* Personen, nicht-binäre und untergeschlechtliche Menschen von einem Lipödem betroffen sein.

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Autor: Dr. med. David Benjamin Christel

Studium an der Medizinischen Fakultät der Georg-August-Univestität zu Göttingen.

Als erfahrener Operateur und Experte in lymphologischer Diagnostik ist Dr. Christel für die Lipödem-/Lymphödem-Sprechstunde und die operative Therapie in der CG LYMPHA zuständig.

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