CG LYMPHA: Fachklinik für Lipödem und Lymphödem
Lipödem Kostenübernahme – Das sollten Sie wissen
- 1 CG LYMPHA: Fachklinik für Lipödem und Lymphödem
- 2 Die 5 wichtigsten Punkte vorab:
- 3 G-BA-Beschluss: Das hat sich geändert
- 4 Voraussetzungen für die Kostenübernahme
- 5 BMI Rechner
- 6 Unsere Sicht auf die Kostenübernahme und die neuen Leitlinien
- 7 Warum die Kassenübernahme nicht immer der beste Weg zur Lipödem-OP ist
- 8 Stadium des Lipödems: Welche Schweregrade berücksichtigt werden
- 9 Kassenübernahme oder Selbstzahlung: Welche Entscheidung passt zu mir?
- 10 So funktioniert die Kostenübernahme durch die Krankenkasse
- 11 Die wichtigsten Unterlagen im Überblick – Ihre Checkliste zur Kostenübernahme
- 12 Was tun, wenn der Antrag lange dauert oder abgelehnt wird?
- 13 Warum sich der Aufwand lohnt – Liposuktion als Weg zu neuer Lebensqualität
- 14 Fazit: Ein wichtiger Schritt mit Hürden!
- 15 FAQ – Häufig gestellte Fragen
- 16 Das könnte Sie auch interessieren:
Die Kostenübernahme einer Liposuktion bei Lipödem durch die gesetzlichen Krankenkassen ist grundsätzlich möglich. Der aktuelle G-BA-Beschluss hat den Weg dafür geebnet, sodass Patientinnen aller Stadien von einer Behandlung profitieren können. Dennoch ist wichtig zu wissen: Der Weg zur Kassenübernahme ist an strenge Voraussetzungen, medizinische Kriterien und detaillierte Prüfprozesse gebunden. Auf dieser Seite erfahren Sie als zentrale Anlaufstelle alles über die Richtlinien, den Ablauf und welche Optionen Sie haben, wenn Sie nach einer planbareren Lösung suchen.
Die 5 wichtigsten Punkte vorab:
- Kostenübernahme in allen Stadien: Der G-BA-Beschluss sieht künftig eine Erstattung durch die gesetzliche Krankenkasse für Stadium I, II und III vor – bislang nur für Stadium III.
- Prüfung der Voraussetzungen: Da die Liposuktion eine Regelleistung ist, entfällt der klassische Antrag. Stattdessen prüft der Facharzt vorab streng, ob alle medizinischen Kriterien erfüllt sind.
- Konservative Vorbehandlung erforderlich: Mindestens 6 Monate erfolglose Therapie mit Kompression und manueller Lymphdrainage müssen dokumentiert sein.
- Fachärztliche Diagnose im Vier-Augen-Prinzip: Spezielle Fachärzte aus den Bereichen der Dermatologie, Phlebologie, Angiologie sowie Physikalische & Rehabilitative Medizin, müssen die Diagnose bestätigen und das Lipödem korrekt in ein Stadium einordnen.
- BMI- und WHtR-Grenzwerte:
BMI < 32: Keine zusätzlichen Auflagen
BMI 32–35: WHtR ≤ 0,5 bzw. ≤ 0,6 ab 60 Jahren
BMI > 35: Zunächst Adipositas-Therapie erforderlich, keine OP
- Bundesanzeiger-Veröffentlichung: Mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger im Oktober 2025 ist der Beschluss verbindlich. Mit einer finalen Umsetzung wird Mitte 2026 gerechnet.
G-BA-Beschluss: Das hat sich geändert
Nach dem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ist die Liposuktion bei Lipödem seit dem 1. Juli 2026 eine offizielle Regelleistung der Krankenkassen – und zwar dauerhaft und unabhängig vom Erkrankungsstadium (I, II oder III). Das beendet die lange Unsicherheit für Betroffene, bringt jedoch strenge Voraussetzungen für die Kostenübernahme mit sich.
Voraussetzungen für die Kostenübernahme
Die Liposuktion wird nur dann von der Krankenkasse bezahlt, wenn alle medizinischen und formalen Bedingungen erfüllt sind. Grundlage sind die aktuellen Beschlüsse des G-BA und die zugehörige Qualitätssicherungslinie. Sie legt fest, welche Patientinnen Anspruch haben, wie die Diagnose gestellt wird und welche Vorbehandlungen nötig sind. Der Nachweis dieser Voraussetzungen erfolgt über Arztberichte, Dokumentationen und ggf. Fotos. Nur so kann die Krankenkasse prüfen, ob eine Kostenübernahme gerechtfertigt ist.
Medizinische Kriterien: BMI, Gewichtsstabilität und fachärztliche Anforderungen
Mit dem aktuellen G-BA-Beschluss gelten strengere medizinische Anforderungen, bevor eine Liposuktion von der Krankenkasse übernommen wird. Die Kostenübernahme ist künftig in allen Stadien des Lipödems möglich – also auch bei Stadium 1 und 2, nicht mehr nur ab Stadium 3. Entscheidend ist jedoch, dass die festgelegten Voraussetzungen nachweislich erfüllt sind.
Eine konservative Therapie mit Kompression und manueller Lymphdrainage muss mindestens sechs Monate lang erfolglos durchgeführt worden sein. Während dieser Zeit ist ein stabiles Körpergewicht erforderlich. Erst danach kann eine OP-Indikation gestellt werden. Die Diagnose selbst erfolgt durch spezielle Fachärztinnen oder Fachärzte.
Auch das Körpergewicht spielt eine zentrale Rolle. Hier gelten klare Grenzwerte, die viele Patientinnen vor eine Herausforderung stellen wird:
- BMI < 32: Keine weiteren Auflagen
- BMI 32–35: Nur bei zusätzlicher Einhaltung des Waist-to-Height-Ratio (WHtR) ≤ 0,5 (bzw. ≤ 0,6 ab 60 Jahren)
- BMI > 35: Keine Operationsfreigabe – zunächst ist eine Adipositas-Therapie notwendig
Die Diagnosestellung erfolgt durch einen Facharzt für Innere Medizin und Angiologie, Dermatologen, Facharzt mit Zusatzbezeichnung Phlebologie oder für Physikalische und Rehabilitative Medizin. Nur diese sind befugt, das Krankheitsstadium sicher einzuordnen und die Indikation für eine Liposuktion vorzubereiten.
BMI Rechner
Der BMI ist nur eines von vielen Faktoren, die Krankenkassen bei der Prüfung einer Kostenübernahme berücksichtigen. Mit unserem praktischen Rechner können Sie schnell feststellen, ob Sie eines der relevanten Kriterien erfüllen.
Bei CG LYMPHA lassen wir uns nicht allein vom BMI leiten. Verdacht auf ein Lipödem? Wir bieten Ihnen eine persönliche, unverbindliche Beratung, abgestimmt auf Ihre individuelle Situation.
Unsere Sicht auf die Kostenübernahme und die neuen Leitlinien
Die Aufnahme der Liposuktion in den Leistungskatalog ist für Patientinnen ein wichtiger Schritt, doch wir bei CG LYMPHA betrachten die Ausgestaltung der neuen Leitlinien kritisch. In unseren Augen bleiben die Anforderungen an die Operateure weit hinter dem medizinisch Notwendigen zurück.
Unsere Qualität weit über dem Mindeststandard
Während die Hürden für Patientinnen streng definiert sind, fehlt es an strengen Vorgaben für die fachliche Expertise der Kliniken bzw. Operateure. Wir setzen dort an, wo die Basisvorgaben aufhören:
- Höchste Spezialisierung: Eine Liposuktion bei Lipödem ist kein Standard-Eingriff. Wir kritisieren, dass die spezifische lymphologische Fachqualifikation in den Leitlinien nicht zwingend gefordert wird.
- Schutz des Lymphsystems: Während die Regelleistung oft nur die reine Fettentfernung umfasst, arbeiten wir nach weit höheren Standards, um das Lymphsystem aktiv zu schützen.
- Verantwortung statt Fließband: Die neue direkte Indikationsstellung erfordert Zeit und spezialisierte Diagnostik. Qualität darf kein Kompromiss sein, nur weil die Mindestanforderungen der Kassen niedrig angesetzt sind.
Für unsere Patientinnen bedeutet das: Die Kostenübernahme ist nun geregelt, doch die Wahl der Klinik ist entscheidender denn je. Wir orientieren uns an medizinischer Exzellenz, nicht am kleinsten gemeinsamen Nenner der Leitlinien.
Vertrauen Sie auf Expertise, die über das gesetzliche Mindestmaß hinausgeht. Vereinbaren Sie jetzt Ihr persönliches Beratungsgespräch bei CG LYMPHA und lassen Sie uns gemeinsam Ihren Weg zu mehr Lebensqualität planen.
Warum die Kassenübernahme nicht immer der beste Weg zur Lipödem-OP ist
Auch wenn die gesetzliche Kostenübernahme für viele Betroffene eine große Erleichterung darstellt, ist der Prozess dorthin oft anspruchsvoll. Je nach persönlicher Lebenssituation und Leidensdruck kann der Weg über die Krankenkasse gewisse Hürden mit sich bringen:
Strenge Diagnoseanforderungen: Die Diagnose muss durch spezifische Fachärzte (z. B. Phlebologie, Dermatologie) streng nach dem vorgegebenen Vier-Augen-Prinzip bestätigt werden.
Konservative Vorbehandlung: Vor einer Bewilligung müssen Sie nachweisen, dass Sie mindestens sechs Monate lang durchgehend eine konservative Therapie (Kompression und manuelle Lymphdrainage) ohne ausreichenden Erfolg durchgeführt haben.
Feste BMI- und WHtR-Kriterien: Die Kassen haben klare und starre Grenzen gesetzt. Liegt Ihr BMI über 32, greifen zusätzliche Anforderungen an das Verhältnis von Bauchumfang zur Körpergröße (WHtR). Ab einem BMI von über 35 wird eine OP vorerst nicht bewilligt – hier wird zunächst eine vorgeschaltete Adipositas-Therapie verlangt.
Aufwendige Anträge und Nachweise: Die lückenlose Dokumentation von Facharztberichten, Gewichtsprotokollen und Fotos ist zwingend erforderlich, damit der Antrag überhaupt geprüft wird.
Wartezeiten und mögliche Verzögerungen: Termine bei den geforderten Fachärzten, die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst (MDK) und bürokratische Prüfprozesse können den Weg zur Operation um viele Monate verlangsamen.
Stadium des Lipödems: Welche Schweregrade berücksichtigt werden
Es wird noch häufig zwischen drei verschiedenen Stadien* des Lipödems unterschieden. Je nach Schweregrad sind die Symptome und die medizinische Notwendigkeit unterschiedlich ausgeprägt. Entscheidend ist, dass die Diagnose eindeutig durch Fachärzte gestellt wird.
*Wichtig: Laut aktueller S2k-Leitlinie wird diese Stadieneinteilung nicht mehr empfohlen, da sie die subjektiven Beschwerden der Patientin – insbesondere Schmerzen – nicht ausreichend berücksichtigt.
Da jedoch sowohl die ICD-Codierung als auch die G-BA-Richtlinie zur Kostenübernahme weiterhin auf diese Stadien Bezug nehmen, führen wir sie mit entsprechendem Hinweis weiterhin auf.
Lipödem Kostenübernahme: Stadium 1
Im Stadium 1 zeigt sich das Lipödem durch eine gleichmäßige Fettvermehrung an Beinen und/oder Armen mit noch glatter Hautoberfläche. Hier prüft die Krankenkasse besonders genau, ob konservative Behandlungen nicht ausreichend helfen. Eine Kostenübernahme ist möglich, wenn trotz konsequenter konservativer Therapie weiterhin starke Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen bestehen.
Lipödem Kostenübernahme: Stadium 2
Im Stadium 2 zeigen sich bereits deutlich sichtbare Veränderungen des Unterhautfettgewebes. Es bilden sich Unebenheiten, Dellen und knotige Verhärtungen, die Beine oder Arme wirken unregelmäßig und schwer. Typisch sind Druckschmerzen, Spannungsgefühle und eine schnelle Neigung zu blauen Flecken. Die Beschwerden nehmen im Tagesverlauf meist zu, häufig begleitet von einem Gefühl starker Schwere oder Erschöpfung.
In dieser Phase ist das Lipödem fortgeschritten, aber noch nicht so ausgeprägt wie im Stadium 3. Konservative Behandlungen, wie Kompression, manuelle Lymphdrainage und Bewegungstherapie, können die Symptome häufig nur vorübergehend lindern, nicht aber dauerhaft stabilisieren. Deshalb erlaubt der G-BA-Beschluss unter bestimmten Voraussetzungen auch in Stadium 2 des Lipödems eine Kostenübernahme der Liposuktion durch die Krankenkasse.
Lipödem Kostenübernahme: Stadium 3
Im Stadium 3 ist das Gewebe stark verändert, die Beweglichkeit deutlich eingeschränkt und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt. In diesen Fällen erkennen die Krankenkassen den operativen Eingriff inzwischen regelmäßig als medizinisch notwendig an. Voraussetzung bleibt jedoch auch hier, dass andere Erkrankungen ausgeschlossen und konservative Maßnahmen erfolglos waren. Durch diese neuen Voraussetzungen wird es Patientinnen, die an einem Lipödem in Stadium 3 leiden, erschwert, eine Kostenübernahme zu erwirken. Meist werden Betroffene in diesem Stadium an der BMI-Schwelle scheitern.
Vorbehandlung: Konservative Therapie
Vor einer möglichen Liposuktion muss mindestens eine sechsmonatige konservative Therapie durchgeführt werden. Dazu gehören Kompressionstherapie und manuelle Lymphdrainage. Außerdem sollten Betroffene auf ausreichend Bewegung, Hautpflege und ausgewogene Ernährung achten. Diese Behandlungen sollen ärztlich dokumentiert werden. Nur wenn nachweislich keine ausreichende Besserung eintritt, kann eine Operation medizinisch begründet und von der Krankenkasse bezahlt werden.
Unser Tipp
Sammeln Sie Ihre eigenen Nachweise und führen Sie ein Tagebuch über Ihre Beschwerden. So haben Sie die Möglichkeit Ihre persönliche Situation besser darzulegen.Dokumentation
Da die genaue Form der zukünftigen Nachweisführung noch unklar ist, raten wir dringend dazu, ein detailliertes Tagebuch zu führen. Unterlagen wie Behandlungsberichte, Fotos und Gewichtsentwicklung dienen weiterhin als Beleg der medizinischen Kriterien. Digitale Lösungen, wie beispielsweise LipoCheck, helfen dabei, alle nötigen Daten für eine spätere Prüfung rechtssicher zu erfassen.
Ausschluss anderer Erkrankungen
Vor der Bewilligung einer Liposuktion muss ärztlich bestätigt werden, dass die Beschwerden nicht durch andere Erkrankungen wie Adipositas oder ein Lymphödem verursacht werden. Der Ausschluss dieser Diagnosen erfolgt durch Fachärzte, meist anhand von Anamnese, körperlicher Untersuchung und ggf. bildgebenden Verfahren. Nur so kann die Kostenübernahme für ein eindeutig diagnostiziertes Lipödem erfolgen.
Liposuktion als Regelleistung der Krankenkassen
Obwohl die Liposuktion nun eine Regelleistung ist, erfolgt keine automatische Behandlung. Fachärzte prüfen die Indikation nun direkt anhand der gesetzlichen Richtlinien und der medizinischen Notwendigkeit. Da ein klassisches Antragsverfahren entfällt, gewinnen die Dokumentation und die Einhaltung der BMI-Vorgaben an Bedeutung. Bei Zweifeln an den Voraussetzungen kann die Krankenkasse weiterhin ein Gutachten durch den Medizinischen Dienst veranlassen.
Aktuell liegen noch keine vollumfänglich einheitlichen Ausführungshinweise aller Kassen zur neuen Rechtslage vor. Erste Krankenkassen haben jedoch bereits detaillierte Informationen zur praktischen Umsetzung in der Arztpraxis online veröffentlicht.
Kassenübernahme oder Selbstzahlung: Welche Entscheidung passt zu mir?
Beide Wege haben ihre Berechtigung. Ob Sie den Antragsprozess der Krankenkasse durchlaufen oder die Behandlung als Selbstzahlerin antreten, hängt von Ihren persönlichen Präferenzen, Ihrem Leidensdruck und Ihren medizinischen Voraussetzungen ab. Die Selbstzahlung kann je nach individueller Situation deutlich planbarer sein.
Der Kassenweg:
Kosten: Werden nach Bewilligung von der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) getragen.
Voraussetzungen: Strikte Erfüllung der bürokratischen G-BA-Richtlinien (BMI-Grenzen, lückenloser Nachweis über 6 Monate Vorbehandlung).
Planbarkeit: Oft unvorhersehbar, verbunden mit längeren Wartezeiten und mehrstufigen Prüfprozessen.
Arztwahl: Begrenzt auf Ärzte und Kliniken, welche die Kassenkriterien formal erfüllen.
Die Selbstzahler-Behandlung:
Kosten: Werden von Ihnen selbst getragen (attraktive und flexible Finanzierungsmöglichkeiten sind oft verfügbar).
Voraussetzungen: Eine klare medizinische Indikation durch unsere Spezialisten – unabhängig von starren BMI-Vorgaben der Kassenrichtlinien.
Planbarkeit: Hohe Flexibilität und zeitnahe, verlässliche Terminvergabe für Ihre Operation.
Arztwahl: Freie Wahl der Spezialklinik, um sich vertrauensvoll in die besten Hände zu begeben.
So funktioniert die Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Die medizinische Notwendigkeit des Eingriffs unterliegt einem strengen Vier-Augen-Prinzip, um höchste Behandlungsqualität und rechtliche Sicherheit zu gewährleisten. Während die initiale Diagnosestellung des Lipödems durch die oben genannten Fachärzte, wie Lymphologen, Phlebologen oder Angiologen, erfolgt, wird die spezifische Indikation für die Operation durch die operierenden Fachärzte gestellt. Voraussetzung hierfür ist, dass alle gesetzlichen Kriterien zweifelsfrei erfüllt sind und lückenlos nachgewiesen werden können. Sämtliche Befunde müssen vollständig und fachgerecht in der Patientenakte dokumentiert sein. Erst nach dieser zweistufigen fachärztlichen Feststellung kann die Liposuktion als reguläre Kassenleistung durchgeführt werden.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Diagnose sichern: Fachärztliche Untersuchung Fachärzte aus den Bereichen der Dermatologie, Phlebologie, Angiologie sowie Physikalische & Rehabilitative Medizin mit eindeutiger Feststellung des Lipödems.
- Konservative Therapie: Mindestens sechs Monate konsequent Lymphdrainage und Kompression durchführen sowie lückenlos dokumentieren.
- Kriterien prüfen: Fachärztliche Kontrolle der Voraussetzungen, insbesondere der Gewichtsstabilität und der geltenden BMI-Grenzen.
- Unterlagen finalisieren: Zusammenstellung aller Arztberichte, Fotos, Therapienachweise und des (digitalen) Tagebuchs für die Patientenakte.
- Indikationsstellung: Die medizinische Notwendigkeit wird abschließend durch den Operateur festgestellt, der im Rahmen des Vier-Augen-Prinzips die Funktion des “dritten und vierten Auges” übernimmt. Nach Prüfung der vorliegenden Diagnosen gibt der operierende Facharzt die Liposuktion als Kassenleistung direkt frei.
- Eingriff und Nachsorge: Durchführung der Operation sowie Planung der postoperativen Kompressionstherapie zur Sicherung des Heilerfolgs.
Die wichtigsten Unterlagen im Überblick – Ihre Checkliste zur Kostenübernahme
- Ärztliche Diagnose mit Stadium des Lipödems
- Nachweise über mindestens sechs Monate konservative Therapie
- Dokumentation der Beschwerden und Einschränkungen
- Dokumentation der Gewichtsentwicklung
- Fotos & Messdaten (z.B. Beinumfang, Gewicht)
- Begründung der medizinischen Notwendigkeit durch den Arzt
- Ggf. zusätzliche Gutachten oder Stellungnahmen
- Indikation zur OP durch Facharzt
Was tun, wenn der Antrag lange dauert oder abgelehnt wird?
Ein langwieriger Prüfprozess oder eine Ablehnung durch die Krankenkasse ist frustrierend, bedeutet aber nicht das Ende Ihres Weges. Wurde Ihr Antrag abgelehnt, haben Sie die Möglichkeit, fristgerecht (meist innerhalb eines Monats) Widerspruch einzulegen. Oft hilft es bereits, fehlende ärztliche Atteste oder eine detailliertere Schmerzdokumentation nachzureichen.
Zieht sich der Prozess jedoch übermäßig in die Länge oder lässt Ihre gesundheitliche Situation keine weitere Verzögerung zu, ist es sinnvoll, rechtzeitig Alternativen zu evaluieren.
Lassen Sie uns gemeinsam Ihren Weg finden!
Nutzen Sie die persönliche Beratung bei CG LYMPHA. Unsere Spezialisten helfen Ihnen dabei, Ihre medizinische Situation objektiv zu bewerten und den für Sie passenden Weg zu prüfen – ob Sie die Voraussetzungen für die Kassenübernahme bestmöglich erfüllen oder ob die Selbstzahlung für Sie die planbarere Lösung ist. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin!
Warum sich der Aufwand lohnt – Liposuktion als Weg zu neuer Lebensqualität
Viele Betroffene berichten nach einer Liposuktion über deutlich weniger Schmerzen, eine bessere Beweglichkeit und eine spürbare Entlastung im Alltag. Die Operation kann nicht nur das körperliche Wohlbefinden verbessern, sondern auch psychische Belastungen mindern. Eine erfolgreiche Kostenübernahme eröffnet den Zugang zu dieser Therapie, ohne die finanzielle Belastung allein tragen zu müssen. Der Weg dorthin ist aufwendig, aber für viele Patientinnen lohnenswert.
Fazit: Ein wichtiger Schritt mit Hürden!
Der G-BA-Beschluss markiert einen Wendepunkt in der Behandlung des Lipödems. Endlich können auch Patientinnen in früheren Stadien unter klar definierten Bedingungen von einer Kostenübernahme profitieren. Dennoch bleibt die Umsetzung komplex – die Nachweise, die Dokumentation und die individuelle Prüfung verlangen Geduld und Genauigkeit. Der Beschluss ist ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichbehandlung, doch bis zur flächendeckenden Versorgung ist es noch ein weiter Weg.
Hinweis: Natürlich können auch trans* Personen, nicht-binäre und intergeschlechtliche Menschen von einem Lipödem betroffen sein.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Sollte ich auf die Kassenübernahme warten?
Das hängt von Ihrem aktuellen Leidensdruck und der Erfüllung der strengen Voraussetzungen ab. Wenn Sie starke Schmerzen haben und Vorgaben wie die 6-monatige konservative Vorbehandlung oder die BMI-Grenzen aktuell noch nicht erfüllen, kann der Kassenweg sehr langwierig sein. In solchen Fällen kann die Selbstzahlung eine deutlich planbarere Alternative sein, um zeitnah Lebensqualität zurückzugewinnen.
Kann ich trotz möglicher Kassenleistung Selbstzahlerin sein?
Ja, absolut. Selbst wenn Sie alle Kriterien für eine Kassenübernahme theoretisch erfüllen, steht es Ihnen frei, sich für die Selbstzahlung zu entscheiden. Viele Patientinnen wählen diesen Weg ganz bewusst, um lange Wartezeiten, bürokratische Hürden und Einschränkungen bei der Klinikwahl zu umgehen.
Welche Vorteile hat eine Lipödem-OP als Selbstzahlerin?
Der größte Vorteil ist die zeitliche Planbarkeit. Sie sind nicht an die monatelangen Vorbehandlungs- und Prüfzyklen der Krankenkassen gebunden. Zudem haben Sie die freie Wahl der Klinik und der Operateure. So können Sie sicherstellen, dass Sie ohne Kompromisse von hochspezialisierten Experten behandelt werden.
Was passiert, wenn die Krankenkasse ablehnt?
Eine Ablehnung ist nicht zwingend das endgültige Nein. Sie können fristgerecht Widerspruch einlegen und ergänzende medizinische Nachweise erbringen. Parallel dazu können Sie sich jedoch jederzeit entscheiden, die Warteposition zu verlassen und die Operation als Selbstzahlerin durchführen zu lassen.
Welche Rolle spielen Stadium 1, Stadium 2 und Stadium 3?
Bis vor kurzem übernahmen Krankenkassen die Liposuktion als Kassenleistung nur im weit fortgeschrittenen Stadium 3. Durch den neuen G-BA-Beschluss ist die Kostenübernahme nun grundsätzlich für alle Stadien (1, 2 und 3) möglich. Entscheidend für die Bewilligung durch die Kasse ist nicht mehr primär das Stadium, sondern die nachgewiesene medizinische Notwendigkeit, der dokumentierte Leidensdruck und der nachweislich fehlende Erfolg der konservativen Vorbehandlung.
Autor: Dr. med. David Benjamin Christel
Studium an der Medizinischen Fakultät der Georg-August-Univestität zu Göttingen.
Als erfahrener Operateur und Experte in lymphologischen Behandlungen ist Dr. Christel für die Lipödem-/Lymphödem-Sprechstunde und die operative Therapie in der CG LYMPHA zuständig.